Spanien hat erstmals mehr als 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren, wie aus einem Bericht des Instituts für Wirtschaft, Geografie und Demografie des Spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC) hervorgeht. Die Gruppe hat sich in den vergangenen 50 Jahren verdoppelt und macht 20,7 % der Bevölkerung aus.
Der Bericht mit dem Titel „Ein Profil älterer Menschen in Spanien“ beschreibt auch den wachsenden Anteil der Menschen in den höchsten Altersgruppen. Die Zahl der Menschen ab 80 Jahren hat sich vervierfacht, während die Zahl der mindestens 90-Jährigen um mehr als das Neunfache gestiegen ist. Das Durchschnittsalter in Spanien stieg von 33 Jahren 1975 auf 44,55 Jahre 2025.
Das demografische Bild unterscheidet sich je nach Region. In den nordwestlichen Provinzen und im Landesinneren ist das Durchschnittsalter am höchsten: Zamora, Ourense, Lugo und León liegen alle über 50 Jahren. Die niedrigsten Durchschnittswerte finden sich im Süden, an der Mittelmeerküste sowie in Ceuta und Melilla; dort liegen sie weiterhin unter 40 Jahren.
Der Anteil älterer Einwohnerinnen und Einwohner in Spanien liegt laut Bericht leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 22 %. In den meisten europäischen Ländern machen Menschen ab 65 Jahren zwischen 15 % und 25 % der Bevölkerung aus. Italien, Portugal, Bulgarien und Finnland weisen einige der höchsten Anteile auf.
Die Zahl der Hundertjährigen in Spanien stieg 2025 auf 17.038, gegenüber 3.021 im Jahr 1981. Frauen machen etwa 80 % der Gesamtzahl aus. In Madrid und Barcelona leben mit 15,2 % beziehungsweise 12,6 % die meisten Hundertjährigen. Zusammengenommen sind es dort 4.746, also fast ein Drittel der landesweiten Gesamtzahl.
Der Bericht untersucht außerdem die gesunde Lebenserwartung. Sie misst, wie lange Menschen voraussichtlich ohne gesundheitliche Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten leben. Eurostat-Daten für den Zeitraum von 2004 bis 2023 zeigen, dass die gesunde Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren 2017 und 2019 mit mehr als 12 Jahren ihren Höchststand erreichte und ab 2020 zurückging. Seitdem hat sie sich nur teilweise erholt. 2023 lag der Wert bei Frauen bei 10,3 Jahren und bei Männern bei 10,2 Jahren.
Nerea Suárez Pérez de Eulate, Psychologin und Fachkrankenschwester für Geriatrie, sagte gegenüber dem Science Media Centre Spain, der Bericht führe Daten aus verschiedenen Jahren und Quellen zusammen, um die Situation zu beschreiben, könne aber deren Ursachen nicht feststellen. Sie warnte außerdem, dass ein längeres Leben nicht zwangsläufig eine bessere Gesundheit bedeute, und erklärte, ältere Menschen hätten unterschiedliche Lebensumstände und Bedürfnisse.
Quellen: El País Sociedad.