Die Autonome Gemeinschaft Madrid erhöht die Vergütung für Promotionsverträge in der Forschung um 20 Prozent, bietet in einer zusammengelegten Ausschreibung jedoch 200 Plätze an, obwohl ursprünglich 500 erwartet worden waren. Die Kürzung folgt auf den Ausfall einer Ausschreibung für 2026 und die Streichung von 50 Plätzen gegenüber der geplanten Gesamtzahl, wie aus den zum Programm veröffentlichten Informationen hervorgeht.

Die neuen Verträge sehen für die ersten drei Jahre ein Bruttojahresgehalt von 30.000 Euro vor und für das vierte Jahr 35.000 Euro, sofern die Forschenden ihre Promotion abschließen. Nach den bisherigen Sätzen betrug das Jahresgehalt in den ersten beiden Jahren 25.000 Euro, im dritten Jahr 26.800 Euro und im vierten 33.500 Euro. Die Regionalregierung erklärt, die überarbeiteten Gehälter machten das Programm zu einem der wettbewerbsfähigsten Spaniens in puncto Vergütung.

Die Autonome Gemeinschaft hat für den Jahrgang 2027–2030 36 Millionen Euro bereitgestellt, 6 Millionen Euro mehr als für die neuen Konditionen vorgesehen waren. Dem Bericht zufolge vermied die Regierung Kosten von nahezu 30 Millionen Euro, indem sie von 2026 bis 2029 keine vierjährige Förderung für 250 Forschende bereitstellte.

Die zusammengelegte Ausschreibung ermöglicht Bewerbungen von Personen, die ihren Masterabschluss im Juni 2026 erworben haben, ebenso wie von Kandidatinnen und Kandidaten aus früheren Jahrgängen. Hunderte potenzielle Bewerberinnen und Bewerber warteten seit Juni 2025 auf Informationen. Bei der Ausschreibung von 2025 erhielten 700 Bewerberinnen und Bewerber keinen Platz; diesmal könnte die Zahl höher liegen, heißt es in dem Bericht.

DigniMad, ein Verband, der Forschende ohne unbefristete Stellen vertritt, begrüßte die Gehaltserhöhung, erklärte jedoch, die Vergütung liege weiterhin unter dem jährlichen Bruttogehalt von 33.941 Euro, das der beruflichen Kategorie M3 zugeordnet ist. Die Verträge umfassen außerdem 12.000 Euro für Forschungsaufenthalte im Ausland und decken die Einschreibegebühren ab. Der Verband bezeichnete kostenlose Promotionskurse als Fortschritt, wies jedoch darauf hin, dass die jährlichen Gebühren in Madrid 390 Euro betragen, und forderte, dass Forschende diese nicht vorstrecken müssen.

Beschäftigte und Studierende an den sechs öffentlichen Universitäten Madrids sind für Mittwoch und Donnerstag zu einem Streik aufgerufen. Sie protestieren gegen die ihrer Ansicht nach unzureichende Finanzierung öffentlicher Universitäten, die Privatisierung und Kommerzialisierung der Hochschulbildung sowie gegen Einschränkungen politischer Rechte. Zu den im Konflikt genannten Anliegen zählen auch die prekären Bedingungen wissenschaftlicher Laufbahnen und die Lebenshaltungskosten.

Auch die Auswahlregeln wurden geändert: Veröffentlichungen, die während des Grund- oder Masterstudiums entstanden sind, werden nicht mehr als Leistung berücksichtigt. DigniMad erklärte, die frühere Anforderung solcher Arbeiten habe manche Kandidatinnen und Kandidaten dazu gebracht, unbezahlt zu forschen. Zugleich warnte der Verband, dass eine starke Gewichtung der Notendurchschnitte Bewerberinnen und Bewerber benachteiligen könnte, deren Noten nicht nahe an 10 liegen.

Quellen: El País Sociedad.