Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte drei Prioritäten für die 75. UN-Generalversammlung: einen gerechten Zugang zu COVID-19-Instrumenten sicherzustellen, die Fortschritte bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) aufrechtzuerhalten und die Vorbereitungen auf künftige Pandemien zu stärken.

Die WHO rief die führenden Politiker der Welt dazu auf, den Access to COVID-19 Tools (ACT)-Accelerator zu unterstützen, eine internationale Partnerschaft, die darauf ausgelegt ist, die Entwicklung, Herstellung und gerechte Verteilung von Tests, Behandlungen und Impfstoffen zu beschleunigen und zugleich die Gesundheitssysteme zu stärken. Die Initiative soll Investitionen bündeln, damit Länder früher Zugang zu mehr Instrumenten erhalten und Risiken sowie Kosten gemeinsam tragen können.

Nach Angaben der Organisation benötigt der ACT-Accelerator 35 Milliarden US-Dollar, um in den kommenden zwölf Monaten die Entwicklung, Beschaffung und Verteilung von 2 Milliarden Impfstoffdosen, 245 Millionen Behandlungen und 500 Millionen Tests zu unterstützen. Sie erklärte, dass Investitionen in einen gerechten globalen Zugang im Vergleich zu den wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 und den zur Unterstützung der Wirtschaft eingesetzten Konjunkturpaketen gering seien.

Die WHO warnte außerdem, dass die Pandemie jahrzehntelange Fortschritte im Gesundheits- und Entwicklungsbereich zunichtemachen könnte. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage berichteten 90 % der Länder von Unterbrechungen bei unverzichtbaren Gesundheitsdiensten. Besonders häufig betroffen waren Routineimpfungen, die Versorgung bei nichtübertragbaren Krankheiten, Familienplanung, die Behandlung psychischer Erkrankungen sowie die Diagnose und Versorgung bei Krebs.

Um den Ländern dabei zu helfen, gesundheitsbezogene SDG-Ziele zu erreichen, seien stärkere Gesundheits- und Datensysteme erforderlich, die auf der primären Gesundheitsversorgung beruhen, erklärte die WHO. Sie hob auch den Globalen Aktionsplan für ein gesundes Leben und Wohlbefinden für alle hervor, der zwölf multilaterale Organisationen zusammenbringt, um Fortschritte bei diesen Zielen zu unterstützen.

Die dritte Priorität der WHO war die gemeinsame Vorbereitung auf künftige Pandemien. Sie verwies auf eine Warnung des unabhängigen Global Preparedness Monitoring Board aus dem Jahr 2019 und dessen Bericht von 2020 mit dem Titel „World in disorder“, der eine globale Reaktion beschrieb, die von unzureichender Führung und Verzögerungen geprägt war. Das Gremium rief zu einem erneuten Bekenntnis zum Multilateralismus und zur WHO auf.

Auf der Generalversammlung wollte die WHO die führenden Politiker und die Bürgerinnen und Bürger dazu aufrufen, die fünf im Bericht genannten Maßnahmen zu unterstützen: verantwortungsvolle Führung, engagierte Bürgerinnen und Bürger, starke und anpassungsfähige Gesundheitssicherheitssysteme, kontinuierliche Investitionen und eine solide globale Governance der Vorsorge.

Quellen: WHO News.